Weltweit meditieren täglich Millionen von Menschen egal welcher Religionszugehörigkeit. Gefühlt werden es immer mehr. Was bewegt diese Menschen dazu, sich Zeit für Meditation zu nehmen? Was kannst du erleben in einer Meditation? Wie kannst du durch Meditation neue Fähigkeiten erlernen? Welche Effekte hat eine tägliche Meditationspraxis auf dein Leben?

Auf diese und weitere Fragen möchte ich in diesem Artikel auf den Grund gehen:

  1. Was ist Meditation – und die einzelnen Schritte dorthin?
  2. Wie erlernt das Gehirn neue Fähigkeiten?
  3. Welche Effekte hat die tägliche Meditationspraxis auf dein Leben?

Was ist Meditation

Vielleicht kennst du diesen einleitenden Satz ja: „…konzentriere dich auf deinen Atem und fühle wie er in deinem Körper ein und wieder ausströmt…„. Dies ist eine ganz wunderbare Möglichkeit in eine Meditation zu beginnen. Aber bedeutet alleine die Konzentration auf den eigenen Atem bereits Meditation?

Schritt 1: Verliere den Verstand!

Jein, sie ist ein Teil davon! Ohne den Lenker lässt es sich bekanntlich schlecht Fahrrad fahren. So verhält es sich auch mit Meditation. Bloß ist eben hier wichtig, den „Lenker“ deinen Kopf, zu verlieren. Im Prinzip zielt diese Atemkonzentration darauf ab, den Verstand langsam zur Ruhe zu bringen. Das ist der erste Schritt und wichtigste Schritt, um in die tieferen Ebenen der Meditation vorzudringen. Und das ist auch gleichzeitig der schwierigste Teil. Wir sind alle daran gewöhnt den Verstand unablässig zu benutzen. Über 80.000 Gedanken funken durch deinen Kopf … pro Tag. Genau diese Gewohnheit macht es einen so schwer, um in einen gedanklichen Ruhezustand zu gelangen.

Die Devise heißt: Schlage den Verstand mit dem was er am besten kann. Stelle ihm eine Aufgabe!

Die Aufgaben können mannigfaltig sein: Atemkonzentration, Rückwärtszählen, sich vorstellen mit dem Füßen im Sand zu laufen, eine Leiter hochklettern, eine Zitrone schmecken, irgendwas haptisch zu erfassen, eine Wand streichen, etc … Hauptsache es ist monoton und beschäftigt deinen Geist. Beschäftige deine Geist solange, bis er sich wirklich längere Phasen nur noch auf diese Aufgabe konzentriert. Und erst dann baue den nächsten Schritt ein.

2. Schritt: Gib deinem Verstand eine Aufgabe, die er nicht lösen kann!

Wie ist denn das jetzt gemeint und wie soll das gehen? Ganz einfach. Stelle dir während deiner Konzentration eine Frage, wie zum Beispiel: Was ist wird mein nächster Gedanke sein? Was ist die nächste Farbe, die ich sehe? Wie fühlt sich der Raum an in dem ich sitze? Dann verweile einen Augenblick und warte was passiert. Vielleicht hast du einen kurzen Augenblick das Gefühl gehabt, dass dein Verstand an nichts gedacht hat?! Probiers nochmal aus und du wirst sehen es klappt immer wieder! Auch wenn es am Anfang auch nur einen Bruchteil einer Sekunde sein mag. Sie ist da … die Lücken in deinem Denken.

3. Schritt: Die Gedankenpausen verlängern!

Bleib dran und wechsle zwischen Schritt 1 und 2 hin und her. Immer wieder.  Stelle auch mal vermeintlich abstruse Fragen wie: Wie riecht ein rosa Schaf? oder wie schmeckt die Farbe blau? Wie sieht ein Ton aus? Ich möchte dir hier nur die Möglichkeiten aufzeigen, die du gehen kannst. Finde für die wirksamste Methode. Und ja es wird ein Weilchen dauern, bis du deinen Geist in der Ruhe zentrieren kannst. Immer Stück für Stück mit Geduld von 80.000 Gedanken auf NULL.

4. Schritt: Die Stille kommt!

Je mehr du diese Schritte wiederholst, desto länger werden die gedanklichen Pausen. In vielen Büchern wird dieser Zustand als erwartungsvolle innere Leere beschrieben. Wie eine Katze vor dem Mauseloch „… nicht wissend wann sie erscheint und dennoch höchst präsent, um ihr Erscheinen nicht zu verpassen“ oder „… offener Schülergeist, welcher spannend und nichts ahnend auf die Antwort seines Meisters wartet„. Wenn die Gedankenlücken sich ausbreiten, passiert etwas ganz überraschendes. Dein Zustand aus dem Verstand wahrzunehmen, weicht der Wahrnehmung über dein Bewusstsein. Bewusstsein heißt, wahrnehmen ohne darüber nachzudenken und zu beurteilen.

Du wirst pur! Das Gefühl präsent zu sein, nimmt den Platz des Verstandes ein. Es können sich Glücksgefühle in dir breit machen. In welcher Intensität lässt sich nicht vorhersagen. Aber eines ist sicher, es ist mit einer der tollsten Erfahrungen, die du je erleben kannst. Und jetzt wird’s noch besser!

5. Schritt: Die Stille als Quelle, um dein Leben zu verändern!

Warum ist das so? Ganz einfach. Neue Fähigkeiten erlernst du, wenn du den gleichen Vorgang immer wieder wiederholst. In deinem Gehirn passiert dabei folgendes. Es bilden sich sofort neue synaptische Verbindungen. Je öfter du dein Tun wiederholst, desto stärker werden die Verbindungen vernetzt.

Wie erlernt das Gehirn neue Fähigkeiten?

Wenn du eine neues Instrument lernst, bilden sich schon beim ersten Üben sofort neue synaptische Verbindungen in deinem Gehirn. Je öfter du deine Bewegungsabfolgen wiederholst, desto stärker vernetzen sich die Synapsen miteinander. Aus kleinen synaptischen Pfaden werden Strassen, welche sich zu mehrspurigen Autobahnen entwickeln. Jetzt beherrscht du dein erstes Lied auf deinem neuen Instrument aus dem FF. Erfährst du während des Lernprozesses bei jedem Fortschritt emotional positive Empfindungen, so erhöht sich die Verknüpfungsrate in deinem Gehirn erheblich.

Nun weiß man, dass neue Fähigkeiten am schnellsten gelernt werden, wenn du beim Lernen möglichst kreativ bist. Das zu Erlernende wird bestenfalls mit ganz vielen verschiedenen SINNESEINDRÜCKEN und EMOTIONEN verknüpft. Die Gedächtnisweltmeister wissen um diesen Umstand und arbeiten alle mit solchen Tools.

Auf die gleiche Weise werden aber auch negative Gedankenmuster gebildet. Dazu gehören Süchte, Eifersucht, mangelndes Selbstvertrauen, sich ständig vergleichen oder sich vor dem Spiegel immer verurteilen müssen, weil der Körper keine Traummaße hat. Dies kann sogar bis hin zu einer Depression führen. Alles entsteht aus der ständigen Wiederholung eines Gedankens. Wenn du jetzt noch Bestätigungen von außen bekommst „Mensch du bist ja echt auseinander gegangen„, dann wird das Ganze nochmal emotional verstärkt. Ein Teufelskreis aus dem du nur ausbrechen kannst wenn:

du Lücken in deinen Gedanken schaffst!

du die Lücken mit neuen Ideen und Emotionen füllst!

Und hierfür bietet sich dir über die Meditation eine tolle Möglichkeit, damit du deine Verhaltensweisen verändern kannst!

Welche Effekte hat die tägliche Meditationspraxis auf dein Leben?

Wenn du es mit einer Regelmäßigkeit schaffst in einen meditativen Zustand zu gelangen, so hast du die Grundfähigkeit erlangt eine neue Persönlichkeit zu erschaffen. Du unterbrichst das neuronale Feuerwerk für einen Augenblick. In diesem kurzen gedanklichen Frieden kannst du jetzt neue Samen setzen. Der Samen kann ganz nach deinem Belieben ausgewählt werden. Das Einpflanzen geschieht indem du Bilder und Gefühle in dir erzeugst, die du erleben möchtest.

Ein Beispiel:

Problem: Angenommen du bist unglücklich in deinem Job. Deine Kollegen sind sch…, die Arbeit ist langweilig, die Bezahlung könnte besser sein und du kommst immer total entnervt nach Hause. Schon am nächsten Morgen, bevor du einen Fuß aus dem Bett gesetzt hast, geht das gleiche Spiel von vorne los. Ein Gedanke an den Arbeitsweg, den du gleich antreten wirst genügt, um das ganze Gedankenkarussell zu starten. Aufgrund deiner Konditionierung kannst du gar nicht anders als mit dieser negativen Emotion zu reagieren.

Lösung: Gehe in die Meditation wie in den oben beschriebenen Schritten. Wenn die Stille in dir Platz findet, setze einen positiven Gedanken, der erstmal nichts mit deinem Problem zu tun hat. Denn hier ist die Gefahr, dass deine erlernten Automatismen sofort losjagen, da die synaptischen Datenautobahnen einfach noch zu mächtig sind.

Denke z.B daran, wie du spazieren gehst und eine nette Person kennenlernst, einen Hund streichelst oder auf der Parkbank singst. Jemand setzt sich zu dir hin und singt einfach mit. Lass dabei deiner Fantasie freien Lauf. Du wirst dich wundern wieviel Spaß das macht. Wenn du die Gefühle immer wieder erzeugen kannst, dann ist das mehr als die halbe Miete.

Sich sein üppiges Gehalt vorzustellen ist ein heikles Thema und oftmals emotional stark negativ behaftet. Wir setzen Geld oftmals gleich mit glücklich sein. Ich rate dir daher, dich in einer glücklichen Version von dir vorzustellen. Es muss dabei nicht unbedingt das Thema Job sein. Fange mit etwas an worin du sowieso schon einen positiven Bezug hast. Das ist der Schlüssel. Alles andere, welche Umstände dafür nötig sind, ist vollkommen egal.

Die Schritte nochmals zusammengefasst:

  1. Unterbreche deine Gedankengänge mit Hilfe der Meditation
  2. Ruhe in der Stille und nehme sie wahr
  3. Setze einen neue Gedanken, der in dir eine positive Reaktion auslöst
  4. Suhle dich in diesen Gedanken, bis sie körperlich spürbar werden
  5. Wiederhole das jeden Tag, am besten mehrere Wochen am Stück

Hast du deine Hausaufgaben gemacht, so werden sich deine geistigen Strukturen verändern. Ein gedankliches Bild einer Parkbank, ein vorbeilaufender Hund, ein lachendes Gesicht einer Person und sofort bist du einer positiven Stimmung. Du hast dir diese Fähigkeit in den letzten Wochen antrainiert. Und hey, jetzt nimmst du sogar den Impuls wahr und fängst an zu singen. Vielleicht erkennt jemand neben dir das Lied und stimmt mit ein. Du strahlst eine neue Persönlichkeit aus. Du bist fähig in einfachen Dingen Chancen zu sehen und offen für neue Begegnungen. Warum davor Angst haben, wenn du diese Erfahrung doch schon so oft in deiner Meditation begegnet bist?!

Ich sage nicht, dass es einfach ist seine Strukturen zu durchbrechen. Aber schwerer ist es, sie so zu belassen!

Das ist das, was mich so sehr fasziniert. Die Möglichkeit zu haben ganz aktiv in dein Leben einzugreifen und nicht mehr nur Spielball deiner Gedanken zu sein. Es ist eine Megaerfahrung und allemal Wert damit anzufangen. Um was geht es denn in deinem Leben? Alles beginnt mit einem Traum, einer Vision in dir. Lass dich darauf ein!

Foto: Luna Vandoorne / Shutterstock