Jeder hat Wünsche und Vorstellungen von seinem Leben wie es am besten verlaufen soll. Dem Einen ist Familie und das Eigenheim besonders wichtig, dem Anderen Karriere und materieller Wohlstand, dem Nächsten ist die Musik, Kunst oder auch der Sport besonders wichtig.

Wie schaffst du es diese Wünsche in deinem Leben zu realisieren? Ich möchte dir hier eine Möglichkeit aufzeigen wie du einen kleinen Schlachtplan aushecken kannst, damit er leichter in Erfüllung gehen kann. Eine gute Vorbereitung ist goldwert!

  1. Hinterfrage deinen Wunsch – was steckt eigentlich dahinter
  2. Die Essenz herausarbeiten – den Wunsch anpassen, ausbauen und ausschmücken
  3. Die Praxis – Methoden um den Wunsch in dir spürbar zu machen
  4. Die Stolpersteine – Bleib dran!

Hinterfrage deinen Wunsch – was steckt eigentlich dahinter

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt und ist meiner Meinung nach der Wichtigste. Denn ist der Hintergrund nicht ergründet, kann es sein, dass du einem Phantom hinterrennst und der Weg sehr steinig werden kann oder du lässt aufgrund fehlender Passion von deinem Ziel frühzeitig ab.

Nimm dir diesen Wunsch und frage dich, warum möchte ich das eigentlich. Schreibe dir genau auf was dir dazu einfällt. Ein Tipp stell dir kurz vor was sich in dir bewegt, wenn der Wunsch bereits in Erfüllung wäre. Ich habe in der unteren Tabelle bewusst etwas größere Wünsche aufgenommen. du kannst dieses Vorgehen aber für jegliches Ziel anwenden.

Wunsch Deine Motivation Was dahinter stecken kann
Beziehung Leben fühlt sich alleine nicht schön an || möchte jmd der mir sagt, dass sie/er mich liebt mangelnde Selbstliebe
mehr Gehalt aktuelles Gehalt ist nicht befriedigend || ich verdiene zu wenig ggüber XY || abgesichert sein Freiheit, Machtlosigkeit
Karriere dann fühle ich mich wertvoller || wie Stolz XY auf mich wäre || dann habe ich mehr Einfluss Selbstliebe, Selbstbewusstsein

Findest du dich in der Motivationspalte wieder, solltest du deinen Wunsch etwas modifizieren, da du eigentlich nach etwas anderem suchst. Etwas was im Außen deine Leere füllen soll, kann nicht von Dauer sein. Das Ziel ist eine nachhaltige Wunschverwirklichung, die dich als Mensch einen Schritt nach vorne machen lässt. Genauso wichtig ist es zu erkennen, ob dieses Ziel wirklich von dir ist, oder hast du es aus gesellschaftlichem Druck übernommen. Auch dann ist es empfehlenswert den Wunsch dahingehend anzupassen, um in erster Instanz die dahinterliegenden Ängste oder Mangelgedanken zu bearbeiten. Danach schau dir deinen Wunsch nochmal an und du wirst sehen, dass sich deine Motivation verändert hat.

Angenommen du findest einen Partner, kannst du von dieser Person nicht verlangen, dass er deine Leere füllt. Verschwindet diese Person aus deinem Leben oder verhält sich nicht mehr nach deinen Vorstellungen, machst du sie/ihn dafür verantwortlich, dass es dir schlecht geht. Warum? Weil du letztlich mit innerem Schmerz an dein Ziel herangehst. Sei ehrlich zu dir. Wenn das deine Triebfeder ist, solltest du deinen Wunsch im ersten Schritt modifizieren. Schau dir dazu die folgende Tabelle an.

Wunsch modifiziert Was du tun kannst
Beziehung ich bin ein toller Mensch Dinge, die dir Spaß machen und in denen du die Zeit vergisst; geh zum Tanzen; beobachte dabei wie du dich fühlst
mehr Gehalt ich bin frei und vielfältig Dinge, die dir das Gefühl von Freiheit geben; bilde dich weiter; mach dich vielseitig
Karriere ich bin wertvoll du musst niemanden etwas beweisen; biete deine Stärken kostenfrei zur Verfügung und achte auf die Reaktionen und wie fühlst du dich dabei

Was passiert wenn du eine Zeitlang diese Dinge tust? Du wirst bemerken, dass du dir gegenüber eine neue innere Einstellung entwickelt. Vielleicht hat sich an deinem Ursprungsziel nichts geändert, aber an dir sehr wohl. Es kann aber auch sein, dass das ursprüngliche Ziel gar nicht mehr so wichtig erscheint oder es dich nicht mehr berührt.

Die Praxis – Methoden um den Wunsch in dir spürbar zu machen

Ist dein Wunsch jetzt klar? Dann geht´s jetzt einen Schritt weiter. Der Wunsch sollte an dieser Stelle in dir erlebbar gemacht werden. In erster Linie geht es darum dir Situationen vorzustellen, in denen du deinen Traum bereits lebst. Angenommen du willst erfolgreich eine Yogaklasse halten, dann stell dir den Ablauf von vorne bis hinten vor. Wie du die Leute begrüßt, ihnen zulächelst, wie der Raum aussieht, wie du die Kerzen anzündest, was du zu ihnen sagst, was deinen Kurs so ganz besonders macht gegenüber anderen Kursen, schau wie sie dir bereitwillig zuhören und gar nicht mehr genug bekommen. Leg noch einen drauf. Mach selbst Yoga dabei, rede imaginär mit den Kursteilnehmern und zünde Räucherstäbchen an, wie ein Schauspiel. Ein Schauspieler macht nichts anderes. Ein guter Schauspieler lebt seine Rolle.

Ich beispielsweise habe einen sehr guten Zugang zu meiner Vorstellungskraft, wenn ich selbst Gitarre spiele. Immer wenn ich besonders tief in meine Träume abtauchen will, nehme ich meine Gitarre in die Hand und setze mir Kopfhörer auf. Der volle Sound lässt alles um mich herum vergessen. Mein Geist ist auf die Musik konzentriert, wodurch alle störenden Gedanken ausgeblendet werden. Die Musik ist mein Medium um abzutauchen. Die Gefühle erlebe ich dabei, als wäre die Situation wirklich eingetroffen.

Verbinde deinen Wunsch mit einem Medium und erlebe die Gefühle in Echtzeit. Das Gehirn kann nicht unterscheiden, ob du dir diese Gefühle selbst zubereitet hast oder ob dir die Situation in Realität widerfahren ist. Was hierbei passiert ist genial. Dein Gehirn bildet hierbei stark vernetzte Verbindungen. Je mehr Sinneseindrücke du verwendest desto stärker der Vernetzungsgrad. Ein stetig wiederholter Gedanke in Verbindung mit einem Gefühl wird immer stärker in dir verankert und auf Kommando abrufbar wird.

Warum ist das so wichtig? Weil du genau das ausstrahlst und deine Umgebung wahrnehmen kann wie du drauf bist. Wem schenkst du auf der Straße ein Lächeln? Wem gibst du dein Parkticket weiter? Wem hältst du die Tür auf? Welcher deiner Mitarbeiter bevorzugst du? Klar einer Person, die eine positive Ausstrahlung hat. Weil Freude Freude anzieht, ganz einfach. Je mehr positive Emotionen du in deinem Leben erschaffst, desto mehr Triggerpunkte schaffst du dir, um in eine positive Stimmung zu kommen. Dein Körper, welcher diesem Hormoncocktail ausgesetzt ist, wird es dir mit Freude danken.

Ein solcher Mensch der zumeist gut drauf ist hat weniger Ängste und weniger Scheu neuen Situationen zu begegnen. Dieser Person scheint alles zu gelingen und andere wundern sich warum. Denkst nicht auch, dass es erstrebenswert ist auf diese Weise durch die Welt zu schreiten? Ich denke allemal.

Die Stolpersteine – bleib dran!

Hier eine kurze Übersicht welche Stolperstein dir in den Weg gelegt werden können. Du selbst! Wenn du von heute auf morgen Veränderungen erwartest, dann wirst du in den meisten Fällen enttäuscht werden. Ein Pianist übt Jahre daran um auf ein Niveau eines Meister spielen zu können. Also sei geduldig, bleibe dran und du wirst bald Veränderungen bemerken, dass dir Kleinigkeiten zufallen mit denen du vielleicht nicht gerechnet hast. Daran erkennst du, dass du in dir bereits etwas bewegt hast. Die Einschläge kommen näher ;-).

Suche dir als dein Abtauchmedium etwas du wirklich gut kannst oder bei dem du die Zeit um dich herum vergisst. Wenn Meditation oder Qigong kein Zugang für dich ist, dann such dir was anderes. Und für jeden gibt es etwas. Sei nicht zu faul und suche Ausreden wie, lieber noch diese TV Show anschauen oder Playstation spielen. Nein, setze Prioritäten, das ist deine Zugabe, die du geben musst. Wenn du deinen Wunsch wie oben beschrieben ausgewählt hast und er dich berührt, dann wird dir die notwendige Kraft kostenlos dazugegeben.

Nutze das Anfangsmomentum, denn genau am Anfang ist die Gefahr groß nach kurzer Zeit wieder abzubrechen. Vielleicht haben sich noch keine Anzeichen ergeben oder alte Gewohnheiten schleichen sich wieder ein und lenken dich ab. Bleib für wenigsten drei Wochen am Stück täglich dran und hab vor allem Spaß daran, denn das ist das erste Anzeichen, dass du es richtig machst.

Bleib dran!

Photo: Laureen Edmiston