Qigong ist eine über 2500 Jahre alte Form zur Kultivierung der Lebenskraft und zur Erlangung spiritueller Erleuchtung. Was steckt hinter diesen doch sehr gewagten Aussagen? Wie entstand das Qigong und welche Formen gibt es?

Es gibt Aufzeichnungen über Qigong Praktiken, die über 2500 Jahre alt sind. Wahrscheinlich ist Qigong sogar noch deutlich älter. Die Übungen wurden mündlich von Meister zu Schüler von Generation zu Generation weitergegeben. Die Schüler mussten dabei über Monate wenn nicht sogar Jahre eine einzige Übungsform bis zur Perfektion ausüben. Erst dann wurde ihm die nächste Bewegungsform zum Studium an die Hand gegeben.

Erlangung von Weisheit durch Selbsterkenntnis…

Die eigentlichen Geheimnisse des Qigong offenbarten sich dem Schüler erst durch Hingabe und innere Läuterung. Weisheit durch Selbsterkenntnis.

Je länger du Qigong übst wirst du merken, dass dich eine Kraft von innen heraus führt. Das ist wahre Weisheit, die aus dir entsteht. Nur du kannst sie aktivieren und kultivieren.

Wie du dich von außen wahrnimmst, „mache ich die Übung jetzt richtig“ oder „hoffentlich sieht mich keiner„, ist absolut unwichtig! Es darauf an wie du die Übung von innen heraus fühlst. Sich frei machen von deinen äußeren Erwartungshaltung entspricht innerer Läuterung. Nur dann kannst du von innen heraus geführt werden. Anzeichen dafür, dass du auf dem richtigen Weg bist sind:

Entspannung, Losgelöstheit, grundlose Freude, inneres Lächeln, das Gefühl geführt zu werden und das Qi zu fühlen im ganzen Körper während du übst…

Jetzt kommt der nächste Schritt. Du wirst merken, dass die Qigongbewegungen nicht statisch sind, und ständig zwischen aktiven und passiven Phasen hin und herwechseln. Das Vorgabe dabei ist in beiden Extremen bei voller Präsenz zu bleiben oder bei Balanceübungen immer dein Zentrum zu bewahren. Genau wie in deinem Alltag.

Durch das Üben wird dir mit der Zeit klar, dass es an sich keinen Unterschied zwischen dem Aktiven/Passiven im Inneren und den Aufs und Abs im äußeren Leben gibt. Innen und Außen sind eins

Und hier beginnt sich dir das wahre Geheimnis zu offenbaren. Je mehr du übst desto mehr kannst du deine Präsenz mit in den Alltag nehmen. Deine Führung intuitiv zu wissen wie du dich in bestimmten Situation verhalten sollst, wird immer mehr Raum in deinen Leben einnehmen. Das schöne daran ist, dass eine Entscheidung aus dem inneren immer mit dem Gefühl des Friedens gepaart ist, auch wenn sie unorthodox und unbequem für dich erscheinen mag.

Qigong heute noch aktuell? Auf jeden Fall!

Ursprünglich wurde Qigong entwickelt zur Erlangung ewiger Jugend, vergleichbar mit der Suche nach dem „heiligen Gral“. Die Übungen entstanden oftmals über genaue Beobachtung der Natur und seiner Tierwelt. Die Schildkröte z.B. als langlebiges Wesen bekannt, wurde genau studiert. Über Imitation der Bewegungen und daraus resultierender geistiger Verschmelzung eine Schildkröte zu sein, nahm man an die Fähigkeit der Langlebigkeit einer Schildkröte auf sich selbst übertragen zu können. Das erinnert einen an die Fähigkeiten von Shaolin-Mönchen, die über jahrelanges mentales Training zu außergewöhnlichen körperlichen Leistungen fähig sind. Oder an Menschen, die mit fokussierten Geist über glühende Kohlen laufen ohne sich dabei zu verbrennen. bei Mönchen als auch bei Leuten die über glühende Kohlen laufen gilt das gleiche Prinzip:

Die geistige Verschmelzung mit dem gewünschten Ergebnis … erzeugt Realität

Ich habe einmal einen Bericht über einen Mann gesehen, der sich immer kurz vor dem Zerschlagen eines Eisblocks in einen außergewöhnlichen mentalen Zustand versetzte. Dabei berichtet er, stelle er sich genau vor wie seine Hand bereits den Eisblock durchschlägt. Dabei wurden im Elektroden am Kopf angeschlossen und seine Gehirnwellen gemessen. Seine Gehirnwellenmuster glichen denen eines Meditierenden in einem vertieften „Alpha“ Zustand.

In den ganzen Erfolgsbüchern über „Wie werde ich Erfolgreich“ oder „Wie lasse ich meine Wünsche Wirklichkeit werden“ etc… findet genau dieses Prinzip Anwendung. Das im Qigong angewandte Prinzip der Hingabe und dem Fokus auf das Ziel, bei gleichzeitiger Verschmelzung mit dem Moment, hat bis heute nichts von seiner Aktualität verloren.

Qigong ist auch ein Training zur geistigen Verschmelzung um damit seinen Zielen näher zu kommen

Dennoch ist es ratsam Qigong nicht gleich als Mittel zur um dir alles mögliche vorzustellen und zu erwarten es auch gleich zu bekommen. Dafür ist der untrainierte Geist einfach zu rastlos. Du bist es gewohnt in der heutigen Zeit schnell und mit möglichst wenig Aufwand die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Und das ist das größte Hindernis, dass du dir vorstellen kannst. Sei es zur der Erlangung tiefer Meditationszustände oder um deine Ziele zu Erreichen.

Klicke hier um den zweiten Teil zu lesen. Erfahre dabei mehr über die verschiedenen Qigongformen und wie du mit der Lebenskraft Qi arbeiten kannst.

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